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Studie: Mehrfachnutzung von Einmalprodukten sicher und kostensparend

By Surgical Tribune (PM)
October 11, 2016

LEIPZIG – Die Wiederaufbereitung von Einwegprodukten wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss, dass medizinische Produkte, die nach einem validierten Verfahren professionell wiederaufbereitet werden, kein erhöhtes Risiko für Patienten bergen. Allein die Wiederaufbereitung von Kathetern könnte eine Kostenersparnis von bis zu 23 Millionen Euro ermöglichen.

„Die Diskussion um die Aufbereitung von Einweg-Medikalprodukten ist im Wesentlichen ökonomisch veranlasst, beinhaltet aber auch eine ethische Komponente, sofern mit einer Nicht-Aufbereitung Rationierung einhergeht beziehungsweise mit einer Aufbereitung Patientengefährdung zu befürchten ist“, erklärt Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor am Ludwig Fresenius Center for Health Care Management and Regulation an der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Seine Studie kommt zu dem Schluss, dass die meisten Anwender keine Probleme mit der Mehrfachnutzung von Einmalprodukten haben. Handhabungs- und Funktionalitätseinbußen, so zeigt die Untersuchung, treten jedoch bei wiederaufbereiteten Einmalprodukten insbesondere dann auf, wenn dafür ungeeignete Produkte benutzt wurden und/oder wenn die Organisations- und Prüfabläufe fehlerhaft sind.

Wiederaufbereitung nach validiertem Verfahren

„Die Wiederaufbereitung von Einmalprodukten nach einem validierten Verfahren, durchgeführt von einem professionellen Dienstleister, wird von den Anwendern als wesentliche Maßnahme zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Medizinbetriebs und als Beitrag zu Umweltschutz und Ressourcenschonung beurteilt,“ so Studienleiter von Eiff.

Durch die Untersuchung konnte zudem ermittelt werden, dass die Anwender ein großes Interesse an sogenannten Limited Patient Use-Produkten haben. Von diesen für eine mehrmalige beherrschte Wiederaufbereitung speziell konstruierten Produkten erwarten die Anwender – sowie auch etwa 60 Prozent der Anwendungsgegner – Rechtssicherheit, erhöhte Wirtschaftlichkeit und gesicherte Funktionalität.

Kritsch wird von den Anwendern gesehen, dass Hersteller von Einwegprodukten ihre Produkte teilweise umkonstruieren, um eine Wiederaufbereitung gezielt zu erschweren. Dieses Herstellerverfahren habe die Materialkosten in den Krankenhäusern um bis zu 25 Prozent steigen lassen.

Hohe Kosteneffekte bei Kathetern

Welche Kostensenkungseffekte die professionelle Wiederaufbereitung von Einmalprodukten hat, beschreibt von Eiff am Beispiel des elektrophysiologischen Katheters. Eingesetzt wird er bei Ablationen bei ca. 46.000 bis 50.000 Interventionen pro Jahr in Deutschland. „Nur allein bei diesem Produkt“, so der Medizinökonom „ergibt sich durch unsere Forschung allein in Deutschland jährlich ein Einsparpotenzial von 16 bis 23 Mio. Euro.“ Entsprechend seien auch die Effekte in anderen europäischen Ländern.

Die Studie „Aufbereitung und Reparatur: Im Spannungsfeld zwischen Qualitätsanspruch und Kostendruck“ wird am 13. Oktober im Rahmen der Fachtagung der Privaten Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft in München vorgestellt.

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