Surgical Tribune Germany

Speiseröhrenchirurgie: Hohe Fallzahlen steigern Überlebensraten

By IQWiG
May 28, 2020

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Auftrag des Bundesausschusses einen Bericht zu komplexen Eingriffen an der Speiseröhre vorgelegt. Laut des Berichtes gibt es bei Eingriffen am Organsystem Ösophagus einen positiven Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses. In Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen sind die Überlebenschancen für die operierten Patienten insgesamt größer und Komplikationen treten seltener auf.

Operative Eingriffe wie die vollständige oder teilweise Entfernung der Speiseröhre oder auch die dann notwendige Rekonstruktion der Ösophaguspassage gelten als Hochrisiko-Operationen, die in der Regel als planbare Eingriffe durchgeführt werden. In den meisten Fällen im Jahr 2015 waren es 83 % sind bösartige Neubildungen Anlass für den Eingriff. Im Jahr 2018 registrierte das Statistische Bundesamt rund 4.700 dieser komplexen Operationen an der Speiseröhre. Etwa 9,5 % der zwischen 2010 und 2015 operierten Patienten sind im Zusammenhang mit diesem Eingriff im Krankenhaus verstorben.

Derzeit gilt in Deutschland für komplexe Eingriffe an der Speiseröhre eine Mindestmenge von zehn erbrachten Behandlungen je Krankenhausstandort und Jahr.

Positiver Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Überlebenschance

Das IQWiG-Projektteam hat 37 Studien identifiziert, die den Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses bei komplexen Eingriffen am Ösophagus untersuchten. Davon wurden 30 Studien für die Analyse genutzt.

Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Überlebenschancen für an der Speiseröhre operierte Patienten in Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen insgesamt größer sind. Dies lässt sich aus den Studien sowohl für die Zielgröße „Gesamtsterblichkeit“ als auch für die Zielgröße „Sterblichkeit rund um die Operation“ und für die Zielgröße „Versterben im Krankenhaus“ ableiten. In den Krankenhäusern mit größeren Fallzahlen kommt es darüber hinaus seltener zu therapiebedingten Komplikationen wie Anastomoseninsuffizienzen.

Bezogen auf die Leistungsmenge je Arzt zeigt sich anhand der vorliegenden Daten, dass mit zunehmender Routine bei Speiseröhrenoperationen weniger Patienten im Krankenhaus versterben und es seltener zu therapiebedingten Komplikationen kommt.

Für die Beantwortung der Frage, welchen Einfluss konkret in die Versorgung eingeführte Mindestfallzahlen für komplexe Eingriffe am Organsystem Ösophagus auf die Qualität des Behandlungsergebnisses haben, gab es keine aussagefähigen Studien.

Der vollständige Bericht des IQWiG kann hier eingesehen werden.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

© 2020 - All rights reserved - Surgical Tribune International