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Höhere Fallzahlen mindern Sterblichkeitsrate von Bauchspeicheldrüsen-OPs

By IQWiG
October 02, 2020

Köln – In Kliniken, in denen häufiger komplexe Eingriffe am Organsystem Pankreas vorgenommen werden, stehen die Überlebenschancen für die Patientinnen und Patienten besser – es kommt seltener zu tödlich verlaufenden Komplikationen und die Krankenhausaufenthalte sind meist kürzer. Dies ist das Ergebnis eines Berichtes des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Die Bauchspeicheldrüse produziert sowohl Verdauungssekrete als auch Hormone wie Insulin, Glukagon oder Somatostatin, die regulierend in den Kohlenhydratstoffwechsel und in die Verdauung eingreifen.

Interventionen am Pankreas gelten als komplexe und somit riskante Eingriffe, die in der Regel elektiv durchgeführt werden. Solche Eingriffe erfolgen überwiegend aufgrund von entzündungsbedingten Komplikationen oder wegen bösartiger Neubildungen.

Von 2009 bis 2014 wurden in Deutschland insgesamt circa 35.000 komplexe Eingriffe am Pankreas wegen bösartiger Neubildungen durchgeführt. Die Krankenhaussterblichkeitsraten für Patientinnen und Patienten, die sich in den Jahren 2009 bis 2013 in Deutschland einem komplexen Eingriff am Pankreas unterzogen, lagen bei rund 10 Prozent.

Für komplexe Eingriffe am Pankreas hat der G-BA für Deutschland eine Mindestmenge festgesetzt, die derzeit bei zehn Behandlungen pro Jahr und Krankenhausstandort liegt.

Positiver Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Überlebenschance

Das IQWiG-Projektteam wertete 36 Studien aus, die den Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses bei komplexen Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse untersucht haben.

Die Daten zeigten, dass die Überlebenschancen für Pankreas-Operierte in Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen und in Behandlung bei Ärztinnen und Ärzten, die die Operation häufiger durchführen, größer sind.

Der gleiche positive Zusammenhang ließ sich für die Zielgrößen „therapiebedingte Komplikationen“ und „Krankenhausaufenthaltsdauer“ sowohl auf Krankenhaus- als auch auf Arztebene feststellen. Für die Zielgrößen „tödliche Komplikationen“ und „tumorfreier Resektionsrand“ konnte auf Krankenhausebene ebenfalls ein positiver Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses abgeleitet werden.

Für andere Zielgrößen ist entweder kein Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses nachweisbar oder es lagen dazu keine verwertbaren Daten vor.

Für die Beantwortung der Frage, welchen Einfluss konkret in die Versorgung eingeführte Mindestfallzahlen für komplexe Eingriffe am Organsystem Pankreas auf die Qualität des Behandlungsergebnisses haben, hat das IQWiG keine aussagefähigen Studien gefunden.

Der vollständige Bericht des IQWiG kann hier eingesehen werden.

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