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Gelenkoperationen bei Rheuma: Behandlungserfolg erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit

By DGORh
September 04, 2020

Berlin – Rheumatische Erkrankungen können sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken und Schäden an Sehnen und Gelenken hervorrufen. Daher müssen Betroffene oft sehr viele Operationen durchführen lassen. Obwohl diese zumeist zeitlich planbar sind, stellen sie komplexe Anforderungen an die behandelnden Ärztinnen und Ärzte hinsichtlich der bestehenden rheumatischen Basistherapie, Anästhesie, Operationstechniken und rehabilitativen Anschlussversorgung. Diese interdisziplinären Herausforderungen werden Thema des Deutschen Rheumatologiekongresses 2020 sein, der vom 9. bis 12. September als Online-Veranstaltung abgehalten wird.

Trotz der verbesserten medikamentösen Therapie und begleitenden physikalischen Behandlungen bei rheumatischen Erkrankungen sind oftmals weiterhin Operationen erforderlich, um Gelenke zu erhalten, deren Funktionen zu verbessern oder auch, um künstliche Gelenke einzusetzen. „Bei Rheuma handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Die medikamentöse Therapie zielt in der Regel darauf ab, das Immunsystem davon abzuhalten, körpereigene Strukturen anzugreifen. Gleichzeitig werden aber auch eigentlich wichtige Immunreaktionen eingedämmt“, erläuterte Dr. med. Martin Arbogast, Kongresspräsident seitens der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) und Chefarzt der Abteilung für Rheumaorthopädie und Handchirurgie am Klinikum Oberammergau.

„Es gilt daher, ein geeignetes Zeitfenster um eine Operation herum zu schaffen, in dem mit der Einnahme sogenannter Immunsuppressiva pausiert wird. Einerseits, um das Infektionsrisiko gering zu halten, und andererseits muss auch weiterhin ein Rheumaschub vermieden werden,“ fuhr Arbogast fort. Für eine erfolgreiche Operation sei die Kenntnis im Umgang mit der systemischen medikamentösen Therapie und deren Effekte daher unerlässlich. Sie müsse im interdisziplinären Konsens der behandelnden orthopädischen und internistischen Ärztinnen und Ärzten erfolgen.

„Das interdisziplinäre Zusammenspiel [...] trägt idealerweise dazu bei, mögliche negative Effekte auf eine geplante operative Therapie zu vermeiden und ein optimales Ergebnis zu gewährleisten“

Auch die Anästhesie muss an die besonderen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen angepasst werden, ebenso wie die Lagerungstechnik während der Operation. „Die Bewegungssektoren mehrerer Gelenke des Patienten können eingeschränkt sein. Dadurch sind spezielle Lagerungstechniken notwendig, um dauerhafte zusätzliche Einschränkungen von Gelenk- und Nervenfunktionen zu vermeiden“, erklärte Arbogast. Durch die Grunderkrankungen selbst und durch eine langjährige Kortisontherapie können Haut und Unterhautfettgewebe zudem oftmals zunehmend dünn und empfindlich sein. Dies macht einen besonders vorsichtigen Umgang während der Operation erforderlich und wirkt sich auch auf die Wundheilung aus.

Auch nach der Operation sei ein interdisziplinäres Zusammenarbeiten erforderlich. Neben der raschen Mobilisation unter schmerzarmen Bedingungen und dem Auftrainieren der Gelenkfunktion unter schneller Abheilung des OP-Zugangs sei die immunsupprimierende Medikation zur Vermeidung der Reaktivierung der Grunderkrankung wieder einzuleiten. Von der DGORh zertifizierte Fachzentren haben sich hierauf spezialisiert und bieten eine Rundumversorgung für Patientinnen und Patienten mit Rheuma.

„Gerade weil viele langjährige Rheumapatienten von der Haut- über die Gewebe- bis hin zur Knochenstruktur ganz individuelle Krankheitssymptome und -folgen zeigen, ist der Einsatz oder der Wechsel von künstlichen Gelenken eine besondere Herausforderung für das behandelnde Ärzteteam“, fasste Arbogast zusammen. „Das interdisziplinäre Zusammenspiel der verschiedenen Fachdisziplinen trägt idealerweise dazu bei, mögliche negative Effekte auf eine geplante operative Therapie zu vermeiden und ein optimales Ergebnis zu gewährleisten.“

 

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