Surgical Tribune Germany

Digitales Mikroskop ermöglicht Fortschritt in Cochlea-Implantat-Chirurgie

By Universitätsklinikum Essen
September 25, 2020

Essen – In einem Kooperationsprojekt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, des Universitätsklinikums Essen mit den Unternehmen Munich Surgical Imaging und Cochlear ist es erstmals gelungen, in einem digitalen Mikroskop die elektrophysiologischen Antworten der Cochlea während des Elektroden-Insertionsprozesses in Echtzeit sichtbar zu machen.

Die Cochlea-Implantation (CI) ist ein etablierter Eingriff, um an Taubheit grenzend schwerhörigen Patienten das Hören zu ermöglichen. Jedoch wurde in den letzten Jahren zunehmend auch Menschen mit Restgehör versorgt, die nicht mehr ausreichend von einer Hörgeräteversorgung profitieren.

Um das akustische Restgehör auch nach der CI-Versorgung nutzen zu können, muss die Implantation restgehörerhaltend durchgeführt werden. Hierzu werden zum Beispiel besonders dünne Elektrodenträger verwendet oder auch bestimmte Medikamente verabreicht.

Durch die Anatomie der Hörschnecke bedingt wird die Elektrode – ohne direkte visuelle Kontrolle – hereingeschoben. Erst nach dem Einführen war es bislang möglich, mit bestimmten Messungen Aufschluss darüber zu erhalten, ob das Restgehör erhalten werden konnte oder nicht, erläuterte Prof. Dr. Diana Arweiler-Harbeck, Leiterin des Cochlear Implant Teams am Universitätsklinikum Essen.

Mithilfe dieser neuen Methode können Chirurginnen und Chirurgen erstmals selbst und direkt kontrollieren, inwiefern wichtige Strukturen innerhalb der Hörschnecke berührt werden. Durch die unmittelbare Kontrolle anhand des in das Mikroskop-Okular eingespiegelten Bildschirms kann das Einschieben der Elektrode in Echtzeit gesteuert und verändert werden.

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