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12-Millionen-Förderung für Zukunftstechnologie in der Chirurgie

By Universität Basel
July 31, 2020

BASEL, Schweiz – Forschende der Universität Basel haben eine Vision: Ein individuell konfigurierbarer Roboter soll chirurgische Eingriffe revolutionieren und Patienten und Patientinnen zahlreiche Vorteile bringen. Erste Schritte dorthin haben sie bereits getan. Für die weitere Umsetzung dieser Vision erweitert die Werner Siemens-Stiftung ihre Förderung für das Miracle-Projekts nun um 12 auf insgesamt 27 Millionen Franken.

In der virtuellen Realität eine Operation planen, mit einer intelligenten Lasersäge hochpräzise den Knochen schneiden und 3-D-gedruckte Bioimplantate wie etwa ein neues Kniegelenk minimal invasiv einsetzen: Forschende des Projekts Minimally Invasive Robot-Assisted Computer-guided LaserosteotomE (Miracle) wollen die Chirurgie transformieren, indem sie diese noch genauer an die Bedürfnisse der jeweiligen Patientin/des jeweiligen Patienten anpassen.

Einsatz eines Hightech-Implantats im Universitätsspital Basel. Miracle II hat das Ziel, diese Prozedur grundlegend zu verändern. (Bild: Universität Basel, F. Thieringer)

In einer ersten Projektphase entwickelten die beteiligten Forschungsgruppen bereits Technologien, die im OP-Saal der Zukunft zum Einsatz kommen sollen. In einer zweiten Phase geht es nun darum, die einzelnen Systeme (siehe Kontextbox) miteinander in einem modularen Roboter zu vereinen, der sich für den geplanten operativen Eingriff individuell konfigurieren lässt und zugleich OP-Lampen und -Tisch umfasst. Dieses System können die Chirurginnen und Chirurgen während des Eingriffs über eine Konsole überwachen.

Für die zweite Projektphase stockt die Werner Siemens-Stiftung ihre Förderung für das seit 2015 laufende Projekt nun noch einmal um 12 Millionen Franken auf. „Wir sind dieser Stiftung sehr dankbar, dass sie unser visionäres Projekt unterstützt“, sagte Prof. Dr. Philippe Cattin, Co-Leiter beider Projektphasen von Miracle und Leiter des Department of Biomedical Engineering der Universität Basel. Dadurch eröffne sich eine einzigartige Chance für den Innovationsstandort Basel. „Dank dieser Finanzierung und unserem Know-how können wir nun einige der enormen Möglichkeiten erschliessen, die die Robotik für die Chirurgie eröffnet.“

Massgeschneiderte 3D-gedruckte Bio-Implantate

Implantate aus Biomaterialien wie diese Gerüste werden bereits heute mit dem 3D-Drucker gedruckt. (Bild: Universität Basel, R. Wendler)

In der ersten Projektphase hat das Team um Cattin eine Virtual-Reality-Plattform zur Planung von Operationen entwickelt, die im Spital bereits zum Einsatz kommt. Nun sollen mit diesem System auch Form und Beschaffenheit von Implantaten entworfen werden. Gegenüber älteren, vorwiegend manuellen Verfahren werde dadurch eine schnellere und präzisiere Formgebung möglich. Die so geplanten Implantate sollen dann massgeschneidert mittels 3-D-Druck hergestellt werden. In Zukunft könnte es sogar möglich sein, die Implantate direkt im Körper zu drucken.

„Wir wollen mit Miracle nicht einfach eine neue Technologie entwickeln, sondern die Knochenchirurgie transformieren“, erklärt Prof. Hans-Florian Zeilhofer, Chirurg und Delegierter für Innovation der Universität Basel, der die erste Projektphase gemeinsam mit Cattin geleitet hatte.

„Vieles, was wir am Computer chirurgisch planen können, ist mit den vorhandenen Werkzeugen noch nicht möglich“, so der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Dr. Dr. Florian M. Thieringer, der sich die Leitung für Miracle II mit Cattin teilt und auch dem 3-D-Print Lab am Universitätsspital Basel vorsteht. „Jetzt entwickeln wir die Technologie, mit der wir das im Operationssaal auch umsetzen können.“ Dass die von ihm mitentwickelten Roboter eines Tages Chirurginnen und Chirurgen wie ihn selbst ganz ersetzen, fürchtet er aber nicht. Die exakte Planung und die strategischen Entscheidungen für den Eingriff bleiben Sache des medizinischen Fachpersonals.

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